Kollaborative Prozessoptimierung mit Verfahren des Intelligent Web - der Bottom-Up-Ansatz zur Unterstützung interdisziplinärer Zusammenarbeit
Prof. Dr.-Ing. Andreas Schmidt
Fachhochschule Osnabrück
Klaus-Oliver Welsow
Unger, Welsow & Company GmbH
Diedrich Diedrichsen
NaviGet GmbH
In diesem Beitrag stellen wir eine Bottom-Up Vorgehenssystematik der kollaborativen Prozessoptimierung durch sich-selbst optimierende Einheiten vor. Ziel des Konzeptes ist es, den herkömmlichen Top-Down Ansatz der Geschäftsprozessmodellierung und -optimierung in einen Bottom-Up Ansatz zu überführen, der über das Expertenwissen der Prozessentwickler hinaus das Wissen aller Prozessbeteiligter kollaborativ nutzbar macht. Als Grundlage des Konzepts dient das Paradigma der Selbstoptimierung. Die Selbstoptimierung des Einzelindividuums führt zu einer stabilen Optimierung des Gesamtsystems. Anhand eines Prototyps zeigen wir die Umsetzung des Konzeptes auf der Basis von Web 2.0 Technologien. Die erzielten Ergebnisse belegen, dass unser Ansatz die Nachteile des herkömmlichen Top-Down Ansatzes stark verringert. Durch die Möglichkeit des kollaborativen Mitwirkens aller Prozessbeteiligten erreichen wir neben der inhaltlichen Verbesserung der Geschäftsprozessmodelle insbesondere eine nachhaltige Akzeptanz bei dem Einsatz. Im Ausblick stellen wir eine Erweiterung in Richtung Semantic Web vor. Durch das „Intelligent Web“ kann das Paradigma der Selbstoptimierung vollumfänglich realisiert werden.
Integratives Prozessmodell einer Entwicklungsumgebung
Günther Schuh, Michael Lenders, Jochen Müller, Christopher Nussbaum
Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen
Aufgrund der engen Vernetzung verschiedener Disziplinen und der resultierenden komplexen Strukturen kommt einer integrierten Entwicklungsumgebung für fluidtechnisch-mechatronische Systeme eine entscheidende Bedeutung zu. Innerhalb einer solchen Entwicklungsumgebung werden die Integration sowie die disziplinübergreifende Zusammenarbeit immer weiter in frühere Phasen des Entwicklungsprozesses verschoben werden. Bei der Entwicklung eines fluidtechnisch-mechatronischen Systems muss allerdings beachtet werden, dass nicht zuletzt durch die Konzentration auf die Kernkompetenzen und das zunehmend enger definierte Kerngeschäft komplexe Entwicklungsprojekte kaum mehr vollständig in einem Unternehmen durchgeführt werden können. Dies führt dazu, dass auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit kooperierender Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Systeme immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im Rahmen der im BMBF Verbundprojekt Fluidtronic entstandenen Entwicklungsumgebung für fluidtechnisch-mechatronische Systeme wurde daher ein integratives Prozessmodell entwickelt, welches den Fokus speziell auf eine hohe Interdisziplinarität und Vernetzung der Einzelprozesse und Ingenieursdisziplinen auf allen Hierarchieebenen mit einer Vielzahl von Wechselwirkungen legt.
Neues PLM-Konzept für eine integrierte Entwicklung mechatronischer Systeme
Prof. Dr.-Ing. Michael Abramovici, Dr.-Ing. Fahmi Bellalouna
Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik, Ruhr-Universität Bochum
In den letzten Jahren wurden zahlreiche methodische Ansätze zur prozessualen Integration von verschiedenen Entwicklungsdomänen auf einer interdisziplinären Ebene innerhalb der Entwicklung mechatronischer Produkte entwickelt. Allerdings trifft die Einführung derartiger Ansätze in der Praxis auf große Probleme, insbesondere im Hinblick auf die starke Heterogenität der Prozess-, Daten- und IT-System-Landschaft innerhalb des Engineering-Umfelds, welche den Einsatz derartiger Ansätze zur Optimierung der Entwicklung von mechatronischen Produkten kaum möglich macht.
Dieser Beitrag beschreibt eine serviceorientierte Architektur (SOA)-basierte Interoperabilitätslösung zur Ermöglichung der Zusammenarbeit bzw. der Interaktion der verschiedenen heterogenen Entwicklungsprozesse, PLM-Anwendungen und Datenmodelle. Die Interoperabilitätslösung soll die synergetische Zusammenarbeit der verschiedenen am Entwicklungsprozess mechatronischer Produkte beteiligten Domänen ermöglichen. Als Leitfaden für die Entwicklung dieses Konzepts wurde das im Rahmen der VDI-Richtlinie 2206 „Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme“ beschriebene V-Modell verwendet.

