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Möglichkeiten und Grenzen der Kombination begrifflicher und graphischer Wissensorganisation
Unter dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen der Kombination begrifflicher und graphischer Wissensorganisation: dynamische Basisontologien und kooperative Semantik“ wurde von Prof. Dr.-Ing. Reinhard Keil (Fachgruppe Informatik und Gesellschaft) sowie von Prof. Dr. Ruth Hagengruber und Prof. Dr. Volker Peckhaus (beide Philosophie, Universität Paderborn) ein Gemeinschaftsprojekt aus Philosophie und Informatik initiiert, um den Austausch zwischen den beiden Fachrichtungen zu erweitern.
Ziel dieses Projekts ist es, informationstechnische Anätze für Lösungsstrategien der Wissensrepräsentation zu erarbeiten und deren Anwendungsrelevanz zu überprüfen. Aus informationstechnologischer Sicht soll dazu eine Grundlegung neuer Ansätze in der Konzeption graphischer User Interfaces geleistet werden, die es erlaubt, Basisontologien und kooperative Semantiken zusammenzuführen und so die Kommunikation und Kooperationsmöglichkeiten in virtuellen Wissensräumen zu verbessern. Gleichzeitig soll aus philosophischer Sicht das Konzept der so genannten Basisontologien ausgearbeitet und auf seine Leistungsfähigkeit geprüft werden. Hierbei spielen auch Ansätze der mereologischen Teil-Ganzes-Relationen eine Rolle. Als Ergebnis dieser interdisziplinären Zusammenarbeit sollen sich kooperationsunterstützende und semi-strukturierte Formen der Wissensorganisation durch Basisontologien erfassen lassen.
Zu Beginn der Projektarbeit wurde ein initialer Workshop unter dem Titel „Handlungsschemata als Grundlage visueller und begrifflicher Strukturierung in der Wissensrepräsentation“ veranstaltet, zu dem einige nationale und mit Barry Smith und Thomas Bittner (beide University of Buffalo, Department of Philosophy) auch zwei internationale Experten eingeladen worden waren. Thematisch bot der Workshop allen Beteiligten ein breites Spektrum aus dem Schnittbereich von Informatik und Philosophie, welches sich von der Anwendung von Ontologien, beispielsweise in Biologie und Medizin, über die Einsatzmöglichkeiten des Semantic Web bis hin zu visuellen und begrifflichen Strukturierungen von Wissensräumen erstreckte. Darüber hinaus war das semantische Positionieren, ein neuer Forschungsbereich der Fachgruppe Informatik und Gesellschaft, ein weiterer Schwerpunkt, der im weiteren Verlauf des Projekts genauer betrachtet werden soll, um eine detaillierte Analyse und Differenzierung von Bedeutungsrepräsentation und -konstitution zu erzielen. Die vielfältigen Möglichkeiten der graphischen Darstellung und ihrer Semantiken sollen so eine einheitliche relationale Struktur erhalten.
Im weiteren Verlauf dieses interdisziplinären Dialogs soll im Herbst 2008 eine erste internationale Tagung „Philosophie und Informatik“ ausgerichtet werden, die sich unter anderem auch mit den in der Zwischenzeit gewonnenen Erkenntnissen im Bereich des semantischen Positionierens befassen soll und die damit verbundenen Verbesserungen der Wissensstrukturierung in virtuellen Wissensräumen zum Gegenstand hat.

