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Bundesministerium für Bildung und Forschung
Mehr Durchlässigkeit für die Aus- und Weiterbildung in der Chemischen Industrie
Zum 1. März startete unter der Konsortialführerschaft der Universität Paderborn das dreijährige Projekt DAWINCI. Unter dem Namen „Durchlässigkeit in der Aus- und Weiterbildung in der Chemischen Industrie“ geht es darum, ein Konzept zur Anschlussfähigkeit beruflicher Kompetenzen und Qualifikationen bei der Aus- und Weiterbildung zum Chemikanten bzw. Chemietechniker zu entwickeln, umzusetzen und in der Praxis nachhaltig zu verankern.
Seit der Initiierung des Bolognaprozesses stellen Probleme der Durchlässigkeit in der Bildung eine besondere Herausforderung dar. Statt der Definition ganzer in sich abgestimmter und damit zugleich abgeschlossener Curricula, tritt die Gestaltung und die Gestaltbarkeit individueller Lernwege in den Vordergrund. Mit der damit einhergehenden Modularisierung von Bildungs- bzw. Ausbildungsgänge ändern sich sowohl die Schnittstellen zwischen einzelnen Ausbildungsabschnitte als auch die Frage, wie passende Ausbildungseinheiten gefunden, erschlossen und dokumentiert werden können. Um dies zu ermöglichen, sollen in diesem Teilprojekt
- die anschlussrelevanten Lerninhalte identifiziert werden und die entsprechenden elektronischen Lernbausteine erarbeitet und in eine Lehr- und Lernumgebung integriert werden,
- die technisch-organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, um die verschiedenen Anforderungen in bestehende Web-Technologien umzusetzen,
- ein Kompetenzraster entwickelt werden, das die Anschlussfähigkeit und Verknüpfbarkeit von Lernleistungen sichert und
- ein System zum Lernportfoliomanagement entwickelt werden, das technisch, konzeptuell und inhaltlich sowohl die Anforderungen an die Dokumentation individueller Bildungswege als auch ihre Einbettung in Bildungs- und Ausbildungsstrukturen unterstützt.
Mit der Umsetzung dieser Ziele, insbesondere der organisatorischen, konzeptuellen und technischen Integration von Inhalten, Kompetenzen und neuen Lehr-/Lernformen, soll ein entscheidender Schritt zur Durchlässigkeit in der Aus- und Weiterbildung speziell in der chemischen Industrie erreicht werden.
Mit der Frage der Kompetenzanalyse und -diagnostik beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Prof. Schaper von der Universität Paderborn. Hier wird ein einheitliches Kompetenzraster der Chemieberufe entwickelt. Die Fachgruppe Informatik und Gesellschaft ist für die Umsetzung der Gesamtarchitektur und im Besonderen für die Ausprägung des Portfolioansatzes verantwortlich. Dieses Projekt soll unter anderem die chemische Industrie in die Lage versetzen, angesichts zunehmenden Fachkräftemangels den zusätzlichen Bedarf durch mehr Flexibilität sichern zu können.

