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Kontextuelles Tagging
Vorlesungsszenario mit Tags der Umgebung und von Nutzern hinzugefügten Tags

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Identifikation neuer Unterstützungsfunktionen für die Wissensarbeit

Die heutigen Lern- und Arbeitsprozesse von Menschen verlangen eine weit reichende Unterstützung durch digitale Medien in unterschiedlichen Formen und Nutzungsarten. So steht bei der Wissensarbeit nicht alleine das Lernen und Arbeiten mit Hilfe einer computergestützten Lernumgebung im Vordergrund. Vielmehr sollen auch soziale Strukturen wie kleine Lerngruppen und Teams durch die Lernumgebung hinreichende Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien finden.

Insbesondere im Zuge einer immer weiter fortschreitenden Digitalisierung des Lebens und dem damit verbundenen Anwachsen der Datenbestände gewinnt die Verfügbarkeit von Erschließungsfunktionen an Bedeutung. Dabei ist die Ordnung von Inhalten durch Kategorien, Klassifikationsschemata, Taxonomien oder Ontologien ein bereits weit reichend untersuchtes Forschungsgebiet. Bei näherer Betrachtung aktueller Web-2.0-Entwicklungen und diverser Dienste kann man jedoch einen deutlichen Zuwachs in der Verwendung von Schlagwörtern, den so genannten Tags, zur Strukturierung von verschiedensten Webinhalten feststellen.

Philosophie und Informatik

Das Ende des Jahres 2006 initiierte Gemeinschaftsprojekt „Philosophie und Informatik“ des Fachbereichs Philosophie der Universität Paderborn (Prof. Dr. Ruth Hagengruber und Prof. Dr. Volker Peckhaus) und der Fachgruppe Informatik und Gesellschaft des HNI (Prof. Dr.-Ing. Reinhard Keil) hatte es sich zum Ziel gemacht, informationstechnische Ansätze für Lösungsstrategien der Wissensrepräsentation zu erarbeiten und deren Anwendungsrelevanz zu überprüfen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten sich anschließend auf das Konzept der virtuellen Wissensräume übertragen lassen, um so Kommunikation und Kooperationsmöglichkeiten in selbigen zu verbessern.

Kontextuelles Tagging

Im Rahmen dieses Gemeinschaftsprojekts wurde in der Fachgruppe von Prof. Keil der Forschungsansatz verfolgt, Tagging in virtuelle Wissensräume zu integrieren, um so die durch die Räume vorgegebene Struktur zur Generierung neuer Tagvorschläge nutzbar zu machen. Das gemeinschaftliche Taggen von Ressourcen zur Kategorisierung hat sich als wertvolle Technik in vielen Online-Communities durchgesetzt. Durch die bereits gegebene Struktur der virtuellen Wissensräume ist es neben der Generierung von Vorschlägen möglich, eine Vererbung von Tags einzuführen, welche die Vergabe von Tags an Objekte für die Benutzer vereinfacht und beschleunigt. Gleichzeitig wird so das Vokabelproblem, d. h. die Verwendung verschiedener Wörter mit gleicher Bedeutung, welches insbesondere bei kleinen Benutzergruppen auftritt, verringert.

Anhand systematisch aufgestellter Nutzungsszenarios aus der universitären Lehre konnten sowohl aus der Sicht der Studierenden als auch der Lehrenden die Praxistauglichkeit untersucht und Mehrwerte für die jeweiligen Benutzergruppen bei der Wissensarbeit in den mit Tags versehenen Wissensräumen identifiziert werden. Gleichzeitig wurden Lösungsansätze skizziert und Designentscheidungen diskutiert, die Probleme und Fragestellungen im Hinblick auf eine Integration in eine bestehenden Wissensraum-Architektur aufgreifen.

Dieses entwickelte Konzept, welches den Namen „kontextuelles Tagging“ trägt, zeigt, dass erst durch die Kombination einer freien Vergabe von Tags durch die Nutzer und der Zuweisung von ergänzenden Tags aus der Umgebung, in der sich die zu taggenden Objekte befinden, eine neue Qualität in der Wissensarbeit entsteht.


Suchanfrage anhand eines Tags nach Unterlagen über Vorlesungsgrenzen hinweg


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