
Dienste im zukünftigen Heimnetzwerk
Das Heimnetzwerk der Zukunft wird neue Dienste ermöglichen, indem es größere Datenraten und garantierte Dienstgüten bereitstellt. Die breitbandige Vernetzung internetfähiger Geräte im Haushalt soll die erwartete Verbesserung der Haushalts-Anbindung an das Internet komplementieren, sodass die dadurch ermöglichten neuen und verbesserten Dienste durch die Endverbraucher tatsächlich genutzt werden können. Schon heute begrenzt das lokale Heimnetzwerk in breitbandig an das Internet angeschlossenen Haushalten die Dienstgüte.
Neue und verbesserte Dienste wie Telepräsenz, hochauflösende Videos, Online-Spiele, Virtuelle Realität und E-Health-Anwendungen sollen den Endverbrauchern zur Verfügung gestellt werden, ohne dass diese zusätzliche Leitungs-Infrastruktur in ihren Haushalten schaffen müssen. Deshalb werden für die Datenübertragung im zukünftigen Heimnetzwerk nur bereits vorhandene Leitungen und das Medium Luft benutzt.
Inter-MAC und Demonstrator
Durch die Verwendung bestehender Infrastruktur und neuer Übertragungsmöglichkeiten wird das zukünftige Heimnetzwerk sehr heterogen sein, sodass seine Konfiguration und die Kompatibilität zwischen den einzelnen Netzwerkteilen erschwert wird. Die „Inter-MAC“ ist ein im EU-Projekt OMEGA entwickelter neuer Ansatz um diese Probleme zu lösen. Sie ist eine intelligente Netzwerkschicht, die transparent für den Anwender für jeden Dienst die am besten geeignete Technologie auswählt und entsprechend verwendet. Dabei werden die spezifischen Vorteile der verschiedenen Technologien ausgenutzt um Mehrwert zu schaffen. Beispiele für diesen Mehrwert sind garantierte Dienstgüten und höhere Zuverlässigkeit.
Eine der Technologien ist der erst kürzlich verabschiedete Funknetzstandard IEEE 802.11n, der Übertragungsraten von mehreren hundert Megabit pro Sekunde ermöglicht. Weitere, von Projektpartnern weiterentwickelte Technologien sind die Datenübertragung über Stromleitungen (Powerline Communications), über sichtbares und infrarotes Licht (Hybrid Wireless Optics) und weitere Funktechnologien (60 GHz, UWB).
Alle diese Technologien werden durch die Inter-MAC-Schicht gekoppelt und in einem Demonstrator zur Verfügung gestellt. Die Integration erfolgt hierbei auf dem FPGA-basierten Rapid Prototyping System RAPTOR-X64, das vom Fachgebiet Schaltungstechnik entwickelt wurde. Auf diesem System werden der am Fachgebiet Schaltungstechnik entwickelte Hochgeschwindigkeits-Teil der Inter-MAC (die Data Plane) und der von den Projektpartnern entwickelte Steuerungs-Teil (die Control Plane) implementiert und optimiert.
Zusätzlich zum Hochgeschwindigkeits-Teil der Inter-MAC integriert das Fachgebiet Schaltungstechnik den Funknetzstandard IEEE 802.11n und trägt durch das Rapid Prototyping und die bereitgestellte Hardware wesentlich zum Demonstrator des Projekts bei.


